Wetter und Pilzwachstum
Regen ist ein Signal, aber kein Startknopf
Pilzwachstum lässt sich nicht mit einer festen Zahl von Tagen nach dem Regen berechnen. Entscheidend ist, was am Waldboden ankommt, wie schnell es wieder trocknet und ob Lebensraum, Art und Jahreszeit überhaupt zusammenpassen.
Geprüft am 23.08.2026
Millimeter Regen sind noch keine Bodenfeuchte
Ein Millimeter Niederschlag entspricht einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Im Wald erreicht davon aber nicht alles denselben Bodenbereich. Kronen fangen Wasser ab, steile oder verdichtete Flächen fördern Abfluss, und lockere oder bereits ausgetrocknete Böden reagieren unterschiedlich.
Darum darf eine Regenmenge nicht direkt in eine feste Wartezeit bis zum Pilzwachstum übersetzt werden. Wiederholter mässiger Regen kann eine andere Wirkung haben als ein kurzes Gewitter mit derselben Summe.
Messwert und Waldboden haben nicht dieselbe Skala
MeteoSchweiz kombiniert Messstationen und Radar, doch Niederschlag bleibt räumlich variabel. Ein Rasterwert beschreibt nicht jeden Hang, Waldrand oder Graben innerhalb der Fläche. Auch die Lufttemperatur einer Station ist nicht identisch mit der Temperatur unter einem dichten Kronendach.
Cepello verwendet Wetter deshalb als regionales Signal. Höhe, Exposition, Wind, Schatten und Bodenstruktur erklären, warum zwei nahe Wälder nach derselben Wetterlage unterschiedlich feucht sein können.
Die Wetterfolge ist wichtiger als der letzte Schauer
Für eine vorsichtige Einschätzung gehören mehrere Zeiträume zusammen: Niederschlag der letzten Tage, Trockenheit der vorangegangenen Wochen, Temperatur, Wind und Jahreszeit. Nach langer Trockenheit kann ein kurzer Schauer oberflächlich bleiben. Bei bereits feuchtem Boden wirkt dieselbe Menge anders.
Auch eine günstige Wetterfolge garantiert keine Fruchtkörper. Art, Myzel, Partnerbäume, Substrat und lokale Störungen bleiben entscheidend. Die Karte zeigt ein Suchfenster, keine Live-Erfassung von Pilzen.
